Monpi's Geschichte


Montpellier, so heisst der kleine Racker nebenan im Bild, abgekürzt Monpi.

 

Monpi hatte kein einfaches Leben. Heute ja, aber damals, als wir ihn aus dem kleinen Käfig in einem Tierheim Südfrankreich's retteten, sah sein Leben noch trostlos und hoffnungslos aus. Er teilte sein Leben  bereits seit einem halben Jahr mit einem pudelähnlichen Kleinhund.


Diesen Tag werden wir nie vergessen:

Wir spazierten durch das Tierheim, welches im Vergleich zu Schweizer Tierheimen nur mit dem nötigsten ausgestattet ist. Bunkerartige, graue Zellen, das mehr an ein Gefängnis erinnerte als an einem Ort, wo ein Wesen hausen sollte. Lange, schmale Gänge, Zelle an Zelle und einem bestialischem Gestank der nach Urin und Kot roch. 

 

 

Wir gingen durch die Gänge und unser einzige Gedanke dabei war: Helfen.

Die Zellen waren von so vielen Hunden besetzt, was die Auswahl nicht gerade einfacher machte. Wir hatten die Qual der Wahl, welchen wir mitnehmen wollen. (am liebsten natürlich Alle und Jeden)

 

Maylow, unser anderer Fellfreund wartete bereits im Auto. Wir konnten ihm zuvor noch nicht versprechen, dass wir ihm einen Kumpel mitbringen. 

 

Als wir vor Monpi's Zelle landeten, schaute er uns nur kurz an und wieder weg. Er war der einzige, der nicht bellte und machte den Eindruck, als hätte er die Hoffnung verloren jemals von diesem Ort weg zu kommen. Er lief trostlos von Zellwand zu Zellwand. Jedesmal wieder über seinen eigenen Urin. Wir sahen einander an und wussten: DAS IST ER.

 

Trotzdem liefen wir weiter die Gänge runter, um zu schauen, was/wer sich hinter der nächsten Zelle verbirgt. Ein Pointer/Podenco-Mix sah uns mit grossen Augen an. Er stand in der dunkelsten Ecke, welche von einer Mauer beschattet wurde und wusste nicht, ob er uns vertrauen kann. Ja, er hatte Angst geschlagen zu werden. Jedes mal als wir ihn mit sanfter Stimme zu uns riefen, wollte er einerseits freudig herkommen, um das Gefühl von Liebe und Anerkennung zu spühren. Anderseits verschwand er aber wieder in seiner dunklen Ecke und zitterte am ganzen Körper. Wie schwer muss man ein Tier misshandeln, dass es ein solch trauriges Verhalten an den Tag legt? 

 

An jeder Zelle hing ein Schild mit der Geschichte/Beschrieb des Hundes. Die Geschichten waren zum Teil so traurig, dass wir keine Worte für sie finden. Wir sagten uns, wenn wir nur einem einzigem Hund ein lebenswertes Leben schenken, haben wir wenigstens einer Geschichte ein schönes Ende bereitet.

 

Da gab es nicht mehr viel zu überlegen. Also haben wir die Hundewärterin gerufen, um uns Monpi mit zu geben. Natürlich hat Maylow (eben unser anderer Fellfreund) noch Mitspracherecht, wen wir in unser Rudel aufnehmen. Und Siehe da, es war Liebe auf das erste beschnuppern. Seit dem führt Monpi ein glückliches, artgerechtes Leben, welches jeder Hund verdient hat und erinnert uns jeden Tag daran, dass es eigentlich nicht viel braucht, um einen Hund und Mensch glücklich zu machen.

 

Wir hoffen, dass durch unser Engagement viele weitere Geschichten ein solch schönes Ende nehmen.

 

In Liebe zu Tieren

 

Melanie Rütimann & Carol Boppart